
Impressionen

This Morn Omina

Unheilig

Zeraphine

Goethes Erben

Project Pitchfork

Client

Staubkind

Psyche

Lacrimas Profundere

Welle Erdball

Suicide Commando

Blutengel

Die Krupps

Camouflage

In Extremo |
Amphi Festival 01.07.-03.07.2005
Amphitheater Gelsenkirchen
Was soll ich nachher nur anziehen? Diese Frage beschäftigt mich auf der
fast vierstündigen Anreise. Im 5-km-Takt wechselt das Wetter zwischen
strahlendem Sonnenschein und badewanne-umkipp-ähnlichen Regenfällen. Da
kann frau schon mal ins Grübeln kommen…
Herne präsentiert sich dann mit hohen Temperaturen, grauem und
wolkenverhangenem Himmel, aber ohne Regen. Kurz ins Hotel eingecheckt, für
Allwetter-taugliche Kleidung entschieden und schon ging´s durch den
Feierabendverkehr weiter nach Gelsenkirchen. Das Festivalgelände ließ sich
sehr leicht finden, der kurz vor der offiziellen Einlasszeit noch
halbleere Parkplatz verwunderte uns jedoch. Nach einem sehr angenehm
kurzen Spaziergang durch den Park am Rhein-Herne-Kanal erreichten wir die
ersten Karten-Verkauf-und-Bändchen-Ausgabe-Buden. Wie viele andere
stellten wir uns dort erst einmal an der falschen Bude an. Die richtige
endlich gefunden, reihten wir uns in die Schlange vor dem Einlass ein.
Hier kämpften die Ordner seit geraumer Zeit mit dem Aufbau der Schleuse,
der einfach nicht gelingen wollte. Nachdem auch diese Hürde überwunden
war, machte man sich an die Personenkontrolle.
Mittlerweile war die Zeit merklich vorangeschritten und man näherte sich
bereits der angestrebten Festivaleröffnung. Vor noch beängstigend leeren
Reihen des praktisch angelegten Theaters begrüsste kein Geringerer als
Andi Krüger von Melotron die bereits anwesenden und noch anstehenden Gäste
und wünschte auf seine eigene Art ein friedliches Wochenende. Schon hatte
es begonnen, das erste Orkus Open Air. Den Auftakt hierzu gestalteten die
Newcomer von This Morn Omnia. Die drei Herren aus Belgien mit ihren
Trommeln erinnerten uns stilistisch irgendwie an das Safri Duo, nur mit
harten Industrial-Rhythmen untermalt. Das knapp halbstündige Set enthielt
leider wenig Abwechslung, aber auf der noch leeren Freifläche vor der
Bühne hatten sich bereits vier eifrige Jungtänzer versammelt. Sie hatten
sich klar für ein Durchtanzen des Festivals entschieden.
Nach diesem schlagkräftigen Beginn folgte eine kaum enden wollende Pause.
Diese nutzen wir zu einem ersten Rundgang über das Gelände und einem Blick
auf die Verkaufs- und Essbuden. Beim Shopping-Angebot hatte man sich wohl
auch aufgrund der geringen Fläche für eine minimale Händler-Auswahl
entschieden. Lediglich der mit präsentierende größte Szenestore war mit
einem riesigen und weit sichtbaren Zelt über den Rängen vertreten. Die
Buden für die feste und flüssige Verpflegung waren jedoch
abwechslungsreich und zumindest, die von uns getesteten auch lecker.
Preislich hielt man sich im bekannten Festival-Rahmen, so dass es hier
keinen Anlass zur Beschwerde gab. Ja, auch diese Themen sind wichtig für
den Erfolg eines Festivals.
Mit über einer halben Stunde Verspätung führte Andi dann das Festival mit
seiner Ankündigung für Unheilig fort. Er erklärte auch die längere
Pause, da noch nicht alle angereisten Gäste den Weg in das Innere des
Gelände geschafft hatten und man wollte ja allen die Möglichkeit geben,
die Konzerte zu sehen. Das verstehen wir natürlich. Man hätte dies aber
auch mal früher mitteilen können. Nicht nur durch seinen Clubhit
„Freiheit“, sondern vor allem durch seine oft bewiesenen hervorragenden
Live-Qualitäten kann der Graf auf eine stetig wachsende Fangemeinde
blicken, die sich auch hier zu einem Fest vor der Bühne versammelte. Mag
manch einem die theatralische Show des Frontmanns auch nicht behagen,
gesanglich überzeugt er immer. Mit „zum Mond“ und „Schutzengel“ bringt er
die Anwesenden in die richtige Stimmung für einen lauen Sommerabend.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals hatten sich zwischenzeitlich
einige Interessenten mit Grill und Zelt niedergelassen. Wenn man nicht
unbedingt alle Konzerte sehen wollte, war dies auf jeden Fall eine sehr
kostengünstige Alternative. Einen besonderen Anblick boten auch die
verschiedenen Ausflugsdampfer und Schlepper, die in regelmäßigen Abständen
hinter der Bühne den Kanal passierten. Uns würde schon interessieren, was
so mancher dort über dieses Schauspiel dachte.
Mit einer weiter durchgezogenen Verzögerung, aber doch im Rahmen der
angekündigten Umbauzeit enterten Zeraphine in der beginnenden
Dämmerung die Bühne. Routiniert boten sie einen kleinen Querschnitt ihres
Schaffens. Bei einer Spielzeit von knapp vierzig Minuten fehlten uns
einige ihrer Hits, aber das am Schluss dargebotene „Be my rain“
entschädigte und zeigte, dass auch sie das Feiern nicht verlernt haben.
Sie werden für uns zwar nie die unvergesslichen Dreadful Shadows ersetzen
können, aber Svens Gesangsqualitäten, dank derer man eigentlich nie von
einem Konzert enttäuscht sein kann, sichern stets ein wohliges Gefühl.
Die nächste Band erwarteten wir fast mit einem Bangen. Goethes Erben
zählten nie zu unseren Favoriten und spalten auch generell die Landschaft.
Entweder sie werden geliebt oder gehasst. Fast in völliger Dunkelheit und
mit starkem Nebel eröffnet Oswald Henke seine Stunde. Wie ein Wirbelwind
rast er über die Bühne und bringt die Fotografen im Graben an den Rand der
Verzweiflung. Für uns wird er ewig in der Kategorie „Perfomance-Kunst“
bleiben und auch seinen interpretierungsbedürftigen Texten können wir
wenig abgewinnen. Seinen Fans dankten ihm seine spannende Show jedoch mit
starkem Applaus.
Frisch gestärkt und warm angezogen freuten wir uns auf die danach
angekündigten Project Pitchfork. Wir konnten in der Vergangenheit
bereits einige ihrer Konzerte sehen und nach der zurückliegenden
Bühnenabstinenz hofften wir auf einen denkwürdigen Abend. Leider hatten
sie von Beginn an mit technischen Problemen zu kämpfen, die Sänger Peter
Spilles mit sichtlichem Missfallen stark gestikulierend während des
gesamten Auftritts der Technik signalisierte. Zeitweise war er überhaupt
nicht hörbar. Ob es an den technischen Aussetzern oder dem stark
fortgeschrittenen Freitagabend – es war eigentlich schon Samstag - lag,
jedenfalls kam auf der Bühne wenig Spielfreude auf und der sonst
charismatische Sänger wirkte gelangweilt und wenig an seinem Publikum
interessiert. Für spürbaren Hochgenuss vor der Bühne sorgten dennoch die
alten und neueren Hits „Fire and Ice“, „Carnival“ und „Timekiller“. Wir
hätten uns mehr ältere Stücke, z.B. das heiß ersehnte „K.N.K.A“ gewünscht,
aber verständlicherweise steht derzeit vor allem ihr aktuelles Album
„Kaskade“ im Vordergrund.
Als besonderes Highlight für eine gelungene Festivaleinführung ließen die
Veranstalter für ein Late-Night Special extra die süßen Client aus
London einfliegen. Nicht wenige Festivalgäste waren zu diesem Zeitpunkt,
mittlerweile zeigte die Uhr kurz nach halb zwei, bereits auf dem Weg in
ihre Betten oder Schlafsäcke. Dennoch zogen die freundlichen Mädels ihre
Show durch und offerierten ihre Songs, die mit ihrem Sprechgesang arg an
Anne Clark erinnerten. In ihren sexy Uniformen, die für mich eher nach
siebziger Jahre Kittelschürzen aussahen, sprachen sie optisch vor allem
das männliche Publikum an. Nach wenigen Minuten und einigen Fotos zollten
wir dann jedoch unserer anstrengenden Anreise und dem bereits
vorhergegangenen Arbeitstag Tribut und machten uns auch auf den Rückweg in
unser Hotel.
Nur halb ausgeschlafen am Frühstückstisch sitzend, quälte mich auch am
Samstagmorgen die Frage des passenden Outfits. Wieder war der Himmel grau
und es zierten bereits einige Regentropfen die Fenster. Das konnte unsere
gute Laune jedoch nicht trüben. Standen für diesen Samstag doch zwei alte
Hasen auf dem Programm, die unsere Tageserwartungen hoch hielten. Mit den
Krupps und Camouflage hatte das Orkus-Team zwei Bands verpflichtet, die
sich vor ihren WGT-Auftritten lange ihren Fans entzogen hatten. Da wir
dieses Jahr das WGT leider ausfallen lassen mussten, freuten wir uns auf
die Chance, sie hier zu sehen.
Guter Stimmung und viel zu früh erschienen wir auf dem Gelände und konnten
so noch dem Soundcheck von Staubkind lauschen, der bereits Lust auf
das folgende Konzert machte. Wieder führte Andi durch das Tagesprogramm
und sorgte durch seine ungewöhnlichen Anmoderationen für Lacher im
Publikum. Neben seinem Job an der Gitarre bei Terminal Choice entschied
sich Louis Manke vor einiger Zeit, selbst das Mikro in die Hand zu nehmen.
Dies war keine schlechte Entscheidung, denn zu unserer Überraschung
verfügt er über eine sehr angenehme Stimme. Die hier vorgestellten Stücke
überzeugten durch gute Texte und die ausgewogene musikalische Umsetzung.
Besonders beeindruckte uns ein Lied zum aktuellen Thema
„Kindesmisshandlung“.
Einige Besucher des Festivals hatten den Wechsel im Line-up noch nicht
bemerkt. Aber anstelle der kurzfristig aufgelösten Namnambulu standen nun
Psyche auf dem Programm. Der äußerst sympathische, quirlige
Kanadier war mehr als nur ein würdiger Ersatz. In seinem knapp
halbstündigen Set brachte er ältere und neuere Stücke unter.
Interessanterweise war hier im Publikum deutlich sichtbar, dass vor allem
die älteren Gäste seine Lieder kennen und schätzen. Im 23. Bandjahr hat
Darrin Huss nichts von seiner Kraft und Ausstrahlung verloren. „Sanctuary“
war somit nur eines der Highlights. Gern hätte ich noch „misery“ gehört,
aber man braucht ja auch einen Anreiz für weitere Konzerte.
Mit Lacrimas Profundere betrat dann eine jüngere Band die Bühne,
die durch ihr Video für „Amber Girl“ auch den Weg in die deutschen
Musiksender gefunden hat. Zwar stimmlich live sehr überzeugend, aber
leider mit peinlich tiefen Zwischenworten versehen, konnten wir uns mit
dem Auftritt von Sänger Christoph Schmid nicht anfreunden. Musikalisch
fehlte uns hier die Abwechslung. Für einen Vergleich mit Him fehlte ihnen
der schwermütige Patos, für 69Eyes das Rock´n´Roll-Feeling. So schien es
eher so, dass man versuchen wollte, zwischen allen Stühlen einen eigenen
Weg zu finden, was zumindest für uns nicht funktionierte.
An diesem Tag lief die Umsetzung hinter der Bühne wesentlich routinierter.
So hielten sich die Konzerte überpünktlich an das Programm. Wir mussten
uns daher schon beeilen um für Welle:Erdball von einem
Shopping-Bummel rechtzeitig zurück zu sein. Sie sind die ungekrönten
Könige elektronischer Klänge. Pedantisch darauf bedacht, ausschließlich
die mittlerweile als „veraltet“ verschriene Technik des legendären C64 in
Ehren zu halten, schaffen sie es, tanzend die Herzen von Elektro-Fans,
Batcavern und alten Wave-Anhängern zu versöhnen. Nur das in den
Festival-Pausen totgespielte „Sprechen und Denken“ wollte hier niemand im
Set hören. Aber so konnten sie die Menge mit Überhits wie „Starfighter
F-104G“ und „Arbeit adelt!“ überzeugen. Nur der als Goodie für die Fans
gedachte C64 landete statt in den Händen eines Glücklichen zerschellt im
Fotograben. Meine Damen und Herren Veranstalter, diese Gruppe hätten wir
uns mit einem längeren Auftritt gewünscht!
Wurde bereits bei Welle:Erdball vor der Bühne getanzt, war dies doch kein
Vergleich mit dem Sturm, der bei Suicide Commando losbrach.
Stampfend und schwitzend bewegte sich unermüdlich ein Mob auf der
Freifläche. Mit bekannten Gesten und übertrieben verzerrten Zwischenrufen
untermalte Johan van Roy seine Songs. Nur das obligatorische „Hellraiser“
schien ihm in der millionsten Darbietung keine Freude mehr zu bereiten.
Textlich abgewandelt, blödelte er sich durch das Stück. Suicide Commando
schaffen es, mit einer minimalen Bühnendarbietung die Kraft und Euphorie
ihrer Clubhits auf die Tages-Bühnen zu übertragen und nicht nur ihre Fans
zu ekstatischen Tanzeinlagen zu verführen.
Da die Veranstalter auch an das Anbieten von Tageskarten gedacht hatten,
zeigte sich das Gelände an diesem zweiten Tag merklich voller. Zwar
dürften die angestrebten Verkaufszahlen immer noch nicht erreicht worden
sein, mit der Premiere sollte sich das Orkus-Team dennoch zufrieden
zeigen. Einen nicht unerheblichen Anteil hieran können wir Blutengel
zusprechen. Mit einem unglaublichen Boom verzeichnen die Berliner einen
Fanzuwachs, der auch hier für gefüllte Ränge sorgte. Leider machten sie
sich bei den anwesenden Fotografen keine Freunde, da niemand in den
Fotograben durfte.
Mittlerweile auf der Bühne um zwei Tänzerinnen erweitert, spulten sie auch
hier ihre Show aus Sex, Blut und Feuerwerk ab. Beim Opener waren die
Sängerinnen Constance und Eva kaum hörbar. Dies besserte sich zwar im
Laufe des Auftritts, aber eine beeindruckende Leistung lieferten sie hier
nicht ab. Auch Blutengel spalten die Geister der Anwesenden mit ihren
Klischees und einfachen Texten. Immerhin muss man ihnen zu Gute halten,
dass sie die aufwändigste Show in Gelsenkirchen boten. Für´s geneigte Auge
war dies ein Leckerbissen.
25jähriges Bühnenjubiläum! Da fragen wir uns, man, wo ist die Zeit
geblieben. Und natürlich auch, mein Gott, sind wir alt geworden. Aber das
Alter ist Jürgen Engler und seinen Bandkollegen von Die Krupps
überhaupt nicht anzusehen. Als wären sie erst gestern frisch von einer
Jungzellenkur zurückgekehrt, rocken sie hier das Haus. Wenn jemand nach
einer Definition des gern herangezogenen „Crossover“ sucht, hier hat er
sie gefunden. Nicht nur dass sie mit zu den Urvätern der elektronischen
Musik gehören, im Laufe der Zeit haben sie es geschafft, durch das
Einbeziehen von härteren Metallgitarren und hartem Gesang, auch noch
Vorreiter dieses neuen Genres zu werden. Mit Blechtonnen und Trillerpfeife
bewaffnet hauen sie uns in einer viel zu kurzen Stunde ihre Klassiker wie
„To the hilt“, „Wahre Arbeit:Wahrer Lohn“ und „Fatherland“ um die Ohren.
Acht Jahre waren sie in der Versenkung verschwunden, nun sind sie mit
einem Feuerstreif am Horizont zurückgekehrt. Wem das keinen Spass gemacht
hat, der ist hier selbst schuld.
Zwar haben sich Camouflage nie völlig aus dem Rampenlicht
zurückgezogen, so liegen ihre großen Zeiten doch schon um Einiges zurück.
Mit den Vorarbeiten zu ihrem neuen Album „Sensor“ sind sie in diesem Jahr
erstmals auch auf zwei großen „schwarzen“ Festivals vertreten. Zwar haben
sie sich mit ihren Sounds weiter von der Synthie-Pop-Basis hin zu
elektronischen Clubklängen bewegt, dennoch sind sie immer noch
unverkennbar Camouflage. Für die aktuellen Stücke leicht angepasst, sind
es dann vor allem auch die Übernummern „The Great Commandment“ und
natürlich „Love is a shield“, die von der Menge frenetisch gefeiert
werden. Auf der anderen Kanalseite ist ebenfalls ausgelassenes Tanzen zu
erkennen. Da sehen wir es wieder. Ob jung oder alt – es gibt immer Bands,
die beide Generationen vereinen. Die einen sind mit den Nummern groß
geworden, die anderen haben schon zu ihren ersten Glanzzeiten dazu
getanzt.
Jetzt erleben wir die Schattenseiten des Festivals – die Toiletten. Nicht
nur, das derer zu wenig vorhanden sind. Zu vorgerückter Stunde ist das
Licht ausgefallen und einige der WCs sollten lieber nicht mehr betreten
werden. Hier besteht eindeutig Besserungsbedarf für das nächste Jahr. Hat
uns auch so das Gelände und die Organisation des Festivals sehr gut
gefallen, dies darf durchaus kritisch angemerkt werden. Ach ja,
Waschgelegenheiten für den Zeltplatz bitte auch mit auf den Wunschzettel
nehmen.
Wie schnell gehen zwei Tage doch vorüber. Nach nur knapp ein Dutzend
Regentropfen hat es sich merklich abgekühlt, aber In Extremo sind
ja für eine gute Feuershow bekannt, daher erhoffen wir uns von dieser
Seite Aufwärmung. Da werden wir natürlich nicht enttäuscht. Die
Mittelalterrocker sind wie immer mit einem großen Eimer Pyro-Effekten
angereist, von denen auch nahezu alle zünden. Gewohnt stimmgewaltig
präsentiert sich Das letzte Einhorn (aka Michael) und wir sind erneut
überzeugt, dass er dies im Notfall auch ohne Mikrofon schaffen würde. Mit
nicht ganz jugendfreien Zwischenworten bietet er auch noch Ideen für die
Freizeitgestaltung nach dem Auftritt. Über die Jahre haben sich In Extremo
von der reinen Verwendung mittelalterlicher Texte und Anleihen bis hin zu
eigenen deutschen Partynummern entwickelt. So erinnert uns ihre aktuelle
Single „Nur ihr allein“ in der Live-Umsetzung irgendwie an Die Toten Hosen
mit Dudelsack. Das tut natürlich der Stimmung keinen Abbruch. Der Anblick
von wehenden Armen im Lichtermeer, nicht nur zu „Spielmann“ und
„Vollmond“, ist einfach überwältigend und ein würdiger Abschluss für
dieses Open Air.
Diesen Anblick wollten sich wohl auch zwei Kanalgäste der anderen Seite
nicht entgehen lassen. Sie waren in der Dunkelheit herübergeschwommen,
wurden jedoch dennoch unterstützt von der Security hinaus gebeten. Einen
Versuch war es wert. Leider war fast zeitgleich auf der anderen Seite ein
Krankenwagen mit Blaulicht erschienen. Dieser transportierte kurze Zeit
später jemanden mit einer Trage ab. Wir wissen nicht, was hier vorgefallen
war, hoffen jedoch, dass auch für diesen Gast alles glimpflich ausging.
Da hatte es uns wieder - das Nach-Festival-Feeling. Sehnsüchtig an sein
eigenes Bett, Bad und was Anständiges zu Essen denkend, trauern wir
bereits jetzt den zwei schönen und erlebnisreichen Tagen nach. Bei so
vieler positiver Resonanz auf den gelungenen Festivaleinstieg des Orkus
Magazins sollte es jedoch im nächsten Jahr auf jeden Fall eine
Wiederholung geben. |