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Nine Inch Nails "Year Zero"
Nine Inch Nails – Trent Reznor – DER Initiator des Industrial Rock legt ein
neues Album vor. Da möchte man sich freuen und auf gestandene Qualität
verlassen. Doch das Werk „Year Zero“ verlangt Anderes vom Hörer.
Zuerst einmal muss man sich Zeit nehmen, denn im Gegensatz zu einem
regulären Musik-Album kann man „Year Zero“ nicht einfach in den Player legen
und anhören. Hier muss man sich auf Texte und Sounds konzentrieren. Dazu
muss man sich auf die Inhalte der CD einlassen. Denn hier handelt es sich
weniger um Songs, die unterhalten wollen. Im Kern dreht sich alles um
Politik, Ethik und die Zukunft. Hierbei wird das „Year Zero“ als Startpunkt
einer neuen Zeitrechnung angesehen.
Wer sich hierfür gesteigert interessiert, dem seien die Seiten
www.iamtryingtobelieve.com und www.yearzero.de ans Herz gelegt. Diese
könnten von Trent Reznor selbst initiiert worden sein. Verschiedene
Verschwörungstheorien auf und über die Seiten nähren nicht nur das Interesse
am Album, sondern auch an den Machenschaften in Amerika. Wobei Letzteres
sicherlich an der Zeit ist.
Doch wie soll man nun dieses Album beschreiben, rezensieren, bewerten? Eine
Reduktion auf die Musik ist allemal zu wenig, zumal diese stellenweise so
stark elektronisch verzerrt wird, dass die Grenze zwischen Alternative und
Geschredder fließend ist. Nach anfänglichen Befürchtungen, der eigene
CD-Player könnte defekt sein, überwog dann doch die Erkenntnis, dass dies
Samples und gewollte Effekte sind.
Lässt man sich dagegen ganz auf die Inhalte und damit auf die Theorien
hinter „Year Zero“ ein, verstrickt man sich unweigerlich und beginnt an der
Welt und ihrem Lauf zu zweifeln. Ich lege jedem ans Herz, sich selbst ein
Bild zu machen und für sich zu entscheiden, welche Wahrheiten gelten. |
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Scream Silence "Aphelia"
Das Jahr ist zwar noch ganz frisch, aber hier liegt bereits ein Anwärter für
den Titel „Album des Jahres“ auf meinem Tisch. Das mag hoch gegriffen
klingen, aber mit „Aphelia“ legen die sympathischen Berliner nicht nur eines
ihrer persönlich besten Werke vor, sondern nageln die Messlatte für andere
Alben in diesem Jahr extrem hoch fest.
Kurz nach der Veröffentlichung des bereits hoch gelobten „Saviourine“ in 2006
beglücken Scream Silence Fans und Kritiker mit einem Nachschlag, der nicht
nur den Weg des Vorgängers konsequent weitergeht. Hier wird auch noch eine
ordentliche Portion Druck draufgegeben. Dabei beginnt es sehr beschaulich,
mit der band-typischen Ballade „My Eyes“, die mit Streichern unterlegt ist.
Für´s erste Hören seien hierfür Kopfhörer wärmstens empfohlen.
Doch gleich danach legt die Band mit „Harvest“ los, um dann mit „Kerosene“
besonders den Refrain tief in die Gehörgänge zu bohren. Bei „Nothingness“
offenbaren sich die gesanglichen Entwicklungen von Sänger Hardy besonders.
Hier werden die Refrains mit tiefen Growls verstärkt.
Einzig die kurze reguläre Spielzeit (10 Songs) schmälert den Genuss dieser
Platte. Netterweise wird dies durch die Zugabe von drei Live-Stücken
versüßt. Dort kann Sänger Hardy beweisen, dass er mittlerweile zu den besten
Live-Künstlern des Landes gehört. |
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Letzte Instanz "Wir sind Gold"
Knapp ein Jahr ist vergangen, seit Letzte Instanz das furiose Werk „Ins
Licht“ abgeliefert haben. In dieser Zeit waren sie nicht nur ausgiebig auf
Tour, sondern schafften es so ganz nebenbei auch noch neue Songs zu
schreiben und ein Album aufzunehmen. Dieses liegt nun vor mir und ich muss
gleich zugeben, dass sie für mich den Rang des Vorgängers nicht ganz
erreicht haben. Wo „Ins Licht“ beim ersten Hören sofort ins Ohr ging,
brauchte ich hier einige Durchläufe, um mich mit einigen Melodien und
besonders mit Hollys höherem Gesang anzufreunden.
Die Stärke der mitsingfreundlichen und ohrwurmtauglichen Refrains haben sie
beibehalten, ebenso den Druck aus Bass und Schlagzeug. Die klassischen
Anteile wurden erneut nicht nur der bandeigenen Violine und dem Cello
überlassen, sondern einige Songs durch arienähnlichen Backgroundgesang
ergänzt. Das lockert auf und schafft mehr Raum.
Ganz großer Favorit und mit Sicherheit ab sofort eines meiner
Lieblingslieder wurde „Wir sind allein“. Der Song basiert auf dem Klassiker
„You chained me up“ der Inchtaboktables und braucht sich hier nicht zu
verstecken. Mit einem neuen deutschen Text versehen, ist der Weg ins
Live-Programm sicher. Ähnliches Potential und Stampf-Garantie hat „Du und
Ich“, auch „Maskenball“ und „Meine innere Stimme“ kann ich zum Angewöhnen
empfehlen. Einen extra Bewertungspunkt gab es für die Balladen (v.a.
„Monument der Stille“), sowie das außergewöhnliche „Mein Ton“. Als
bekennenden Poe- und Gedichte-Fan haben sie bei mir genau den richtigen
„Ton“ getroffen. |
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Spielbann "Seelenfänger"
Ist das jetzt Mittelalter, Folk oder doch Metal – Folk-Metal? Die Frage kann
ich beim besten Willen nicht beantworten. Das muss ich aber auch gar nicht!
Das Debütalbum strotzt nur so vor rockigen Gitarren, ordentlich Bass-Linien
und vom Können des Sängers Seb konnte ich mich bereits beim Hexentanz
Festival überzeugen. Qualitativ gibt´s es eigentlich nur Abzüge für das
etwas scheppernde Schlagzeug und die leisen Aufnahmen von Sängerin Danny,
die immer sehr stark in den Hintergrund rückt.
Die Texte gehen eindeutig in Richtung Mittelalter und sämtliche Songs sind
mit zusätzlichen Klängen aus Flöten, Schellen oder Laut. Beim Song
„Schicksalsrad“ hat sogar kein Geringerer als Alea von Saltatio Mortis
Dudelsack, Schalmei und Backgroundgesang beigesteuert.
Von Seiten der Songs überzeugt erneut das bereits auf der 2005er Single
(„Rattenfänger) enthaltene „Bruder Narr“. Daneben steht u.a. „Yasmin“, das
ganz sanft wie ein trauriges Liebeslied beginnt und es dann mächtig in sich
hat. Das bereits angesprochene „Schicksalsrad“ ist textliche Nr. 1 und hat
außerdem eine Refrain, der wahnsinnigen Ohrwurm-Charakter besitzt.
Unangefochtener Favorit bleibt dann jedoch „Galgenfrist“. |
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Weltenbrand "The end of the wizard"
Die Liechtensteiner Band Weltenbrand bleibt sich auf ihrem fünften Album
treu und macht doch Vieles anders. Neben den bekannten klassischen,
mittelalterlichen und mystischen Einflüssen rücken hier besonders die
metal-lastigen Gitarren in den Vordergrund, was besonders bei „The French
and the wine“ in den Ohren knattert. Die Heimat bei Napalm Records und die
persönlichen Vorlieben von Haupt-Songwriter Oliver Falk lassen sich nicht
verleugnen.
Die große Stärke sind und bleiben allerdings die atmosphärischen Melodien,
die sofort ganze Räume füllen können. Gepaart mit dem mehrstimmigen, perfekt
aufeinander abgestimmten Gesang ist auch dieses Album wieder ein Highlight
in jedem düsteren CD-Schrank. Dabei fällt es schwer, einen besonderen Song
herauszupicken. Sofern benötigt, würde ich „Bewitched herd boys“ und „Among
them“ zum ersten Hören empfehlen. Letzten Endes kommt man nicht um das Ganze
herum, da sich Weltenbrand weder als Clubhit-Lieferanten, noch zum One
Hit-Liebling eignen. Wer diese Musik mag, verschlingt eh ihre gesamte
Discographie. Dabei sei für den Anfang das Nutzen von Kopfhörern wärmstens
empfohlen. |
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Katanga "darkchild"
Das Debütalbum der Norddeutschen stammt zwar schon aus dem Jahr 2005, fand
aber erst vor Kurzem zu uns. Zu Beginn sei gleich gesagt, die große Stärke
dieses Albums sind die eingängigen Melodien, die sofort den rechten Fuß zum
Mitwippen bringen. Auf dem schmalen Grat zwischen Gothic Rock und Metal
reihen sich 11 Songs aneinander, die einiges Potential offenbaren. Ebenfalls
positiv überrascht die energiegeladene Stimme von Vocalist Mario. Zwar tritt
diese vereinzelt zu sehr hinter der Musik zurück, aber ich führe das jetzt
mal auf die Aufnahme zurück.
Keinen geringen Anteil an dem Gesamteindruck hat mit Sicherheit die Arbeit
von Gitarrist Michael und Bassist Wilko. Zusammen mit einer ansprechenden
Keyboard-Melodie machen sie besonders den Song „Conversation with the death“
zu einem Highlight, das durchaus auf jeden Metal-Floor Platz finden dürfte.
Dem stehen sowohl „Of frost and ignorance“ als auch „Unborn“ in nichts nach.
Besonders Letzteres gibt ein Tempo vor, das neben altgesottenen 70er
Heavy-Fans als auch neueren Gothic-Hörern gefallen dürfte. Dazwischen gab es
mit „From dusk till dawn“ kleine balladeske Ansätze. Favorit des Albums
bleibt jedoch „Batflight“, dessen Refrain ich verdammt noch mal nicht aus
dem Kopf bekomme!
Mittlerweile wurde die Band durch Sängerin Doreen und Drummer Daniel
ergänzt. Beide sind auf diesem Album jedoch noch nicht zu hören. |
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P!NK „I´m not dead“
Was für eine Frau! Mit ist zwar weiterhin schleierhaft, warum sich ihre
ersten Arbeiten auf das Gebiet Hip Hop & R´N´B beschränkten. Mit dem
jetzigen Album ist ihr meine ewige Wertschätzung sicher. Nicht nur, dass
ihre Stimme vielfältig, mitreißend und schlicht beeindruckend ist, das Album
selbst bietet solch eine Mehrzahl an Hits und Sternchen, das eigentlich
jeder Song als Single herhalten könnte. Hiervon ausnehmen möchte ich
lediglich das totgespielte „Stupid Girls“ und „I have seen the rain“, wobei
Letzteres auch eher eine Zugabe als regulärer Albumtrack ist.
Neben dem grandiosen „U and ur hand“ liefern auch „`Cuz I can“ und „Long way
to happy“ Garanten zum Feiern, Feten und Tanzen. Dazwischen schafft sie es
mühelos anspruchsvolle und ruhige Stücke mit „Nobody knows“ und „Conversations
with my 13year old self“ einzubauen. Dabei klingt das Album immer noch aus
einem Guss und wie eine persönliche Best-of-Sammlung.
Bereits das letzte Album konnte textlich mit hochwertigen Passagen
auftrumpfen, doch mit „I got money now“ und vor allem „Dear Mr. President“
setzt sie noch einen Pluspunkt drauf. Besonders das Pranger-Lied für Mr.
Bush dürfte bei den Amerikanern eingeschlagen haben, sind die Dixie Chicks
für ähnliche Äußerungen doch schon mal unsanft aus dem Rampenlicht geworfen
worden. Das beweist mal wieder, P!NK ist nicht nur ein stumpfsinniges
Partygirl, sondern hat auch den verdammten Arsch in der Hose, zu sagen, was
sie denkt. Tja, ich wusste schon immer, es sind nicht nur die Tattoos, die
mich anziehen.
Sicherlich eines DER Alben des Jahres 2006. Wen kümmert es, dass wir hier
den Kommerz und Mainstream unterstützen, wenn die Platte einfach nur rockt!
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Untoten "Die Blutgräfin"
Dieses Werk darf man nicht als reguläres Album betrachten. Der Untertitel
„Ein schwarzromantisches Singspiel“ deutet bereits darauf hin, dass hier
etwas völlig Anderes erschaffen wurde. Die Faszination der gebürtigen
Ungarin Greta Csatlos für das große Thema Blut und damit auch ihr Interesse
an der als „Blutgräfin“ bekannt gewordenen Elisabeth Bathory ist bereits
seit mehreren Jahren aus dem Schaffen der Band bekannt. Nun haben sie der
historischen Person ein Werk gewidmet, das als Mischung aus Operette,
Hörspiel und Album angesehen werden kann.
Beide Teile umfassen das Leben der bekannten Gräfin und arbeiten hierbei mit
Musik, Gesang und Dialogen. Hinzu kommen hörspiel-typische Elemente und
Geräusche, die dem ganzen mehr Leben einhauchen. Da ist so mancher
Schreckensmoment durch unangekündigte Schreie vorprogrammiert. Entgegen
meiner sonstigen Gewohnheit würde ich hier auf keinen Fall Kopfhörer für das
erste Hören empfehlen.
Das Ganze wird noch unterstützt und verstärkt durch das umfangreiche Booklet
(36 Seiten). In diesem wird die gesamte Geschichte mit Erläuterungen, den
Texten, Zeichnungen, sowie Regieanweisungen vertieft. Somit ist quasi die
Bühnenumsetzung als Singspiel/Musical bereits bestens vorbereitet.
Weitere Besonderheit dieses Werkes ist die Tatsache, dass alle Personen des
Singspiels von den beiden Bandmitgliedern eingesungen bzw. mit einer Stimme
versehen wurden. Dabei schlüpfen beide in die Rollen von Kindern,
Erwachsenen, Mördern und Geistern. Hierbei sticht erneut Greta Csatlos
heraus, denn manchmal ist es schwer zu erkennen, dass dies immer noch eine
Person ist, die hier in verschiedenen Rollen zu hören ist.
Das vermutlich einzige Manko dieser Umsetzung ist, dass entgegen sonstiger
Alben kaum ein Song für sich selbst stehen kann. Lediglich „Koste das Blut!“
könnte hier eine Chance haben. Man sollte jedoch auf jeden Fall das ganze
Stück gehört haben. |
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Soko Friedhof "Jesussaft"
Soko Friedhof ist das Side-Projekt von David A. Line (Untoten). In diesem
lebt er seine elektronische Ader aus, die er bei den Untoten nicht umsetzen
kann. Die Melodien sind alle direkt auf die Tanzflächen ausgerichtet. Dort
kennt der Berliner sich aus, da er selbst als DJ tätig ist. Die Texte des
Albums darf man aber getrost als „grenzwertig“ bezeichnen. Zwar ist Soko
Friedhof durch seine direkten deutschen Texte bekannt geworden, man denke da
nur an das „Blutrünstige Mädchen“, aber hier geht er stellenweise doch zu
weit. Zeilen wie „Lass mich dein Müllmann sein“ erschließen sich mir in
keinster Weise. Dagegen sind die „11 kleinen Grufties“ äußerst lustig.
Das ganze Album arbeitet über weite Strecken mit Sound- und Sprachsamples,
dabei sind die selbst gesungenen Stücke wesentlich besser. Als zusätzliche
Sängerin fungiert erneut Line´s Partnerin von den Untoten Greta Csatlos. |
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Schattenreich – Die Hörspielserie
Teil 2 „Finstere Fluten“
Nun ja, nach dem nicht sehr beeindruckenden Teil 1 legte ich voller
Zuversicht Teil 2 in den Player. Nach einer kurzen, aber detaillierten
Zusammenfassung des ersten Teils durch den Protagonisten wird die vormals
noch recht wirre Story weitergeführt. Mit zusätzlichen Informationen, neuen
Verwicklungen und am Ende doch überraschenden Wendungen schafft es der
zweite Teil des Hörspiels tatsächlich Spannung aufzubauen und so etwas wie
Vorfreude auf den dritten Teil aufkeimen zu lassen.
Natürlich darf die obligatorische Sexorgie in einer – nun dörflichen – Disko
nicht fehlen, aber das ist mittlerweile eher lustig, als ernst zu nehmen.
Zwar gibt es weiterhin lückenhafte Informationen über die Lebensgeschichte
von Hauptfigur Christian, doch diesmal suhlt sich Sprecher Alexander Scheer
nicht mehr ganz so tief im Selbstmitleid und hat auch seine
effekt-heischende Grabesstimme überwiegend im Zaum. In Teil 2 enttäuscht
mich leider die sonst so von mir bewunderte Anna Thalbach. Ihre aufgeregte
Reporterin Tina Müller erinnert die meiste Zeit leider mehr an Karla Kolumna
(Anm.: nervige Klatschreporterin bei „Benjamin Blümchen“) als an eine
knallharte Enthüllungsjournalistin. Doch bin ich mir sicher, dass sie
irgendwo in einem der folgenden Teile wieder auftaucht.
Der Einsatz der angekündigten „Szene-Hits“ bleibt ebenfalls wir im ersten
Teil weit hinter meinen Erwartungen zurück. Lediglich das zur Titel-Melodie
auserkorene „Follow me“ von Sentenced drückt sich in den Vordergrund.
Insbesondere die Stücke von ASP und Letzte Instanz konnte ich selbst nach
mehrfachem Hören beim besten Willen nicht entdecken.
Wirklich überzeugend und ein kleiner „Ohrwurm“ ist ganz klar die orchestrale
Begleitung des Hörspiels durch das Berliner Filmorchester und den
Kammerchor.
Fazit dieses Teils ist daher eine deutliche Weiterentwicklung der
Geschichte, wenn ich auch erneut ein Hören unter Kopfhörern ohne
Lautstärkenregelung nicht empfehlen kann.
Sprecher:
Christian Wagner Alexander Scheer
Tina Müller Anna Thalbach
Alexa Voss Sandra Speichert
Adrian Bloch Norman Matt
Dr. Bruno Schwab Volker Brandt
Geheimnisvolle Frau Daniela Hoffmann
Hagerer, bleichgesichtiger Typ Dero |
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Illuminate "Zwei Seelen"
Äußerst kurz ist das neue Album von Illuminate ausgefallen. Gäbe es nicht
als Bonus die Live-CD dazu, hätte ich es eher die Ecke einer EP gepackt.
Illuminate wurden in ihrer mittlerweile 13jährigen Bandgeschichte schon mit
vielen Titeln überhäuft. Leider waren auch ein paar weniger Erfreuliche
dabei. Da ich mich herzlich wenig für derartige Einsortierungen
interessiere, landete die CD völlig unvorbereitet im Player. Positiv erklang
da gleich zu Beginn eine kleine Kindermelodie, mit der das erste Stück
„Geist aus der Vergangenheit“ passend anfängt. Bei genauem Hinhören entdeckt
man nahezu in jedem Stück kleine Soundspielereien, was wesentlich zum
positiven Hörerlebnis beiträgt. Hinzu kommen ausgefeilte, äußerst
überzeugende und über weite Strecken eingängige Melodien. Dabei bedient sich
die Band einer ganzen Bandbreite von Instrumenten und Klängen. Neben
klassischen Keyboards, Streichern und druckvollen Drums fällt vor allem ein
deutlich gesteigerter Einsatz von ausgefeilten Gitarren-Riffs auf. Passend
hierzu variiert die Stimme von Johannes Berthold zwischen den bekannten
weichen Passagen, die ihm in der Vergangenheit den Ruf eines
„Schlagersängers“ einbrachten und überraschenden Ausflügen zu den Kreischern
und Growlern des Metalgenres. Das Ganze wird mit der Unterstützung von zwei
Gastsängerinnen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengemischt.
Zwar sind die weiterhin ausschließlich deutschen Lyrics stellenweise immer
noch gewöhnungsbedürftig und teilweise sogar furchtbar kitschig, aber
irgendwie passt es trotzdem. Mit Sicherheit stützt sich meine positive
Einschätzung dieses Albums auf die Qualitäten der Melodien, doch insgesamt
ist dies das erste Illuminate-Werk, das mich insgesamt überzeugt.
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Titel: Schattenreich – Die Hörspielserie
Teil 1 „Die Nephilim“
Um es vorweg zu nehmen, ich bin ein großer Fan von Hörspielen oder wie es
neumodern heißt: Hörbüchern. Daher freute ich mich auch, als die neue
Schattenreich-Reihe den Weg in meinen CD-Player fand.
Wo fang ich nur an? Die Reihe wird als „außergewöhnliche Komposition aus
Hörspiel und Musik“ angekündigt. Dabei fällt mir gleich auf, dass die Musik
einen verschwindend relevanten Anteil an der Geschichte hat. Zwar wird
nahezu die gesamte Geschichte mit Musik hinterlegt, dies sind jedoch aus den
genannten Szene-Songs nur Fragmente und Melodieeinspielungen. Lediglich die
kurzen Samples, die jedes neue Kapitel einläuten, sind prägnant und um ein
Vielfaches lauter als der gelesene Text. Das hat mir so einige unerfreuliche
Momente unter Kopfhörern eingebracht.
Die Geschichte rankt sich um einen jungen Kulturwissenschaftler, der nach
seiner Rückkehr in seine Heimatstadt in mysteriöse Todesfälle hineingezogen
wird. Der Hauptfigur Christian leiht der bekannte Schauspieler Alexander
Scheer (z.B. Sonnenallee) seine Stimme. Dieser enttäuscht leider auf der
ganzen Linie. Mit übertriebenem Pathos oder schlichtweg nervender
Grabesstimme stürzt er sich in eine Erzählung, die zwar mit interessanten
Ideen beginnt, dann jedoch über einige wirre Erklärungen tief in Klischees
abdriftet. Das beginnt bei nächtlichen Friedhofsbesuchen und steigert sich
bis zu Sexorgien in einer schwarzen Disko. Sorry, aber das erinnert gegen
Ende mehr an eine BILD-Vorlage.
Lichtblicke dieses ersten Teiles sind einzig Sandra Speichert als Polizistin
Alexa und Dero (Oomph!). Die unverwechselbare Anna Thalbach hat einen
Kurzauftritt, der wenigstens den Anflug eines Lächelns auf mein Gesicht
zauberte.
Sprecher:
Christian Wagner: Alexander Scheer
Alexa Voss: Sandra Speichert
Dr. Bruno Schwab: Volker Brandt
Adrian Bloch: Norman Matt
Geheimnisvolle Frau: Daniela Hoffmann
Hagerer, bleichgesichtiger Typ: Dero
Tina Müller: Anna Thalbach |
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NFD „Dead pool rising“
Da sind sie wieder: Die Herren, die für mich die Band verkörpern, die The
Fields of the Nephilim geworden wären, hätte Carl Mc Coy ihnen die
Möglichkeit gegeben, sich zu entwickeln.
Reinster Gothic-Rock mit einer Stimme, in der man sich verlieren kann und
die in den ganz tiefen Bereichen eine dünne Gänsehaut zaubert. Dabei klingt
das ganze Album so herrlich angestaubt, dass es schon wieder modern und
inspirierend ist. Im momentanen Einheitsbrei fegen NFD mit ihrer Rückkehr zu
klassischem Songwriting geradezu als frischer Wind durch die CD-Regale.
Ohrwurm-verdächtig sind dabei besonders „My possession“ und das herrliche „Rise“.
Letzteres verführt einen geradezu wahlweise nach einem Glas dunkelrotem Wein
oder dampfenden Tee zu greifen. |
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Lâme Immortelle „Auf Deinen Schwingen“
Auf dem letzten Album „Gezeiten“ hat es sich schon angekündigt, nun scheinen
die Österreicher den Gitarristen Ashley Dayour (Whispers in the Shadow)
vollwertig ins Songwriting integriert zu haben. Ziehen sich die rockigeren
Instrumente doch komplett durch das neue Werk. Zwar sind Lâme Immortelle
immer noch in die elektronische Ecke einzusortieren, doch gibt ihnen die
neue Attitüden wesentlich mehr Biss und neuen Schwung.
Legen wir den Maßstab der bereits veröffentlichten Single „Phönix“ für das
ganze Album an, dürfte auch die Produktion in gewohnter Weise überzeugen (Promo-CD
not final mastered).
Als Hit dürfte sich besonders „Herzschlag“ eignen. Der Track vereint die
romantische Grundstimmung und den ohrwurm-artigen Refrain der bereits sehr
erfolgreichen Vorgänger-Singles „5 Jahre“ oder „Stumme Schreie“.
Auch ist die Erfahrung der Zusammenarbeit mit Oomph! nicht von der Hand zu
weisen. Die Songliste ist überwiegend auf Deutsch und auch die Lyrics selbst
zeigen eine deutliche Hinwendung zur MTViva-Kompatibiliät. Single-Favorit
wäre für mich eher „Run away“, aber wir werden abwarten. Insgesamt ist es
sehr angenehm, dass Thomas Rainer fast vollständig auf den Stimmenverzerrer
der Vergangenheit verzichtet hat.
Mit dem Album entfernen sich L´âme Immortelle einen weiteren Schritt von
ihren Ursprüngen. Sie werden sicher weiterhin alte Fans damit vor den Kopf
stoßen, aber auch sehr viele neue hinzugewinnen. Ich hätte mir mehr
englische Songs wie „Last Will“ gewünscht, da diese Songs immer das
Potenzial von Thomas Rainer als Songwriter zeigen. Momentan scheinen Stücke
wie „Nur Du“ jedoch mehr Aussicht auf eine Heavy Rotation zu haben. |
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Obscyre „Plichtveranstaltung“
Ja, richtig gelesen – das Album trägt den verstörenden Namen „Plichtveranstaltung“.
In einem Interview verriet Roy Bergelt von Obscyre, dass es sich hier
eigentlich um einen Druckfehler handelt, denn das Album sollte
„Pflichtveranstaltung“ heißen. Sei´s drum – die „Plichtveranstaltung“ ist
ein angenehmes Synthie-Album. Zwar werden sie in Zeiten von verzerrten
Vocals, treibenden Beats und Bässen, die einem die Hosen flattern lassen,
kaum eine Chance in deutschen Clubs haben. Für treue Anhänger der schönen
alten Synthie-Pop-Zeiten ist dieses Album auf jeden Fall eine Bereicherung.
Besonders „Am Ende“ verfügt über einen typischen Refrain. Auch das
Instrumental „Sensorium“ zeigt einen weiten Spielraum an Melodien,
Klang-Ideen und schließt dazu noch Gitarren ein, die schon fast an Mike
Oldfield erinnern. „Sehnsucht“ ist sehr weich ausgefallen, enthält dafür
jedoch einen männlichen Gesangspart, der Annes Stimme angenehm unterstützt.
Das größte Potential hat der Song „Und wenn ein Stern…“. Neben einem
interessanten Text dominiert hier die eingängige Melodie. Diese bleibt nach
einmaligem Hören im Gedächtnis und würde sich daher für gängige Radioformate
problemlos eignen.
Bis auf das Stück „Hear me calling“, das sowohl E-Gitarren als auch
romantische Akustik-Gitarren enthält, haben alle Lieder deutsche Texte.
Dieser Song zeigt jedoch, dass weitere englische Songs gut zur Abwechslung
beitragen könnten.
Anspieltipps: „Flüstern und Schrei´n“
„Kreatur“ |
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Reliquary "Winter World"
Seit ihrer Support-Tätigkeit für The Crüxshadows werden Reliquary gerne mit
ihnen vergleichen. Dabei hinkt dieser Vergleich gewaltig. Nicht nur dass
ihnen die CS-typische Geige fehlt, bei Reliquary hat die Gitarre wesentlich
mehr Gewicht. Verspielte Keyboards treffen auf getragene Gitarrensolis und
verträumte Basslinien. Insbesondere bei „Trinity“ schob sich mir immer
wieder das „Medusa“-Album von Clan of Xymox ins Gedächtnis. Auch „Tell me“
hat einiges Potential. Sängerin Kara verfügt über eine klassisch
ausgebildete Stimme, die insbesondere bei der Interpretation von „Lakme“
überzeugt. Leider ist genau diese Stimme das absolute Manko der Band.
Bereits nach dem vierten Lied hat man von ihr erstmal genug gehört. Diesem
Album fehlt ganz eindeutig eine zweite Stimme. Mich persönlich würde ja ein
Duett mit Ronny Moorings freuen. In der derzeitigen Formation sind sie
sicherlich eine Bereicherung für jeden Sampler. Jeder Song für sich ist eine
kleine Perle in der momentanen EBM-geprägten Zeit.
Gerade mir als altem Wave- und 80ies-Fan sagt die Musik sehr zu. Der
Titeltrack „Winter World“ oder „Dreams torn away“ könnten mich sogar auf die
Tanzfläche locken. Dazu bieten die Amerikaner ein ausgefallenes,
überzeugendes Artwork. Kommt die CD doch passend zum Label Final Joy mit
einem Zettelchen daher, der sonst den Toten im Leichenhaus an den Zeh
gehängt wird.
Anspieltipps: "Tell me"
"Winter world" |
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Letzte Instanz „Ins Licht“
Letzte Instanz haben stürmische Zeiten durchlebt und sich neu gefunden. Mit
dem Album „Ins Licht“ präsentieren sie ihr erstes Werk in neuer Besetzung
und dieses kann sich wirklich sehen lassen. Mit 13 Songs zeigen sie, wo der
Hammer hängt. Rockig, straight und vor allem mitreißend geht es zur Sache.
Mit Geige und Cello nicht gerade alltäglich instrumentiert, sind sie mehr
als nur ein Inchtabokatables-Klon. Zwar hat es der neue Frontmann Holly
immer noch schwer, sich gegen die trauernden Alt-Fans von Robin (Anm.
ehemaliger Sänger bis 2004) durchzusetzen. Wir sind jedoch sicher, dass er
mit diesem Album den Grundstein für die Eroberung neuer Fanscharen gelegt
hat. Kraftvoll („Nimm mich“; „Tanz“) oder berührend („Der Sandmann“), seine
Stimme ist wandelbar und verfügt über einen guten Wiedererkennungswert.
Besonders erwähnenswert ist natürlich „Das Stimmlein“, welches eindrucksvoll
den Gesang von Holly, Eric Fish (Subway to Sally), Sven Friedrich (Zeraphine)
und Thomas Lindner (Schandmaul) verknüpft. Wenn das kein kleiner Szene-Hit
wird, wissen wir auch nicht weiter. Das wirklich wunderschöne, nicht
klischeehaft-abdriftende „Sandmann“ haben wir sofort in die Liste unserer
Lieblingssongs aufgenommen. Ebenso dürften sich „Traumschwere“ und „Krieg
der Herzen“ ihren Weg in die Fanherzen bahnen, verfügen beide doch über
einen Ohrwurm-Refrain, der einen bereits beim einmaligen Hören mitwippen
lässt. Wenn da im Sommer keine Pommesgabeln blühen, was braucht es dann
noch…
Anspieltipps: „Tanz“
„Krieg der Herzen“
„Der Sandmann“
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Corvus Corax "Venus Vina Musica"
Corvus Corax braucht man nicht mehr vorzustellen. Gerade erst im letzten
Jahr lieferten sie mit „Cantus Buranus“ nicht nur ein Musikerlebnis der
besonderen Art, sondern auch ihre letzte Veröffentlichung. Nun steht das
neue reguläre Album ins Haus. Hierfür haben sie sich das Motto „Lust, Wein
und Musik“ auf die Fahnen geschrieben und laden zu einer musikalischen Reise
durch das 13. Jahrhundert ein.
Sehr anschaulich setzen sie dies mit verschiedensten Instrumenten all jener
Länder um, die der Zuhörer für die Dauer des Albums durchquert. Sehr
eindringlich sind auch die Peitschenschläge im letzten Song „Lamentatio
Coelibatus“, das sich mit dem Zölibat beschäftigt. Dies ist auch das einzige
Stück mit längeren Gesangspassagen, das mir vor allem deshalb besonders
gefällt. Die richtige Stimmung für diese Musik kommt nun mal nur auf, wenn
man auch das entsprechende Drumherum – sprich einen Mittelaltermarkt oder
eine ähnliche Festivität - um sich hat. Dort werden die Stücke sicherlich
wieder mächtig einschlagen und uns den ganzen Marktsommer über begleiten.
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the nouve "the last goodbye is not always the
end"
Abwechslungsreich – dieses Wort kam mir nach dem ersten Hören in den Sinn.
Robert Nouve hat mit seinem Album einen Querschnitt durch viele Musikstile
gewagt. Von wavigen Balladen bis zu Jazzsongs ist nahezu alles vertreten.
Auch die Clubbing-Szene ist ihm nicht unbekannt und so hat er sich die
Unterstützung von Ascii.Disko geholt. Allerdings ist deren Remix seiner
ersten Single „Kathie doesn´t come“ sehr minimalistisch ausgefallen und
stiehlt so dem eigentlichen Stück seine schönen Gesangspassagen und den
Ohrwurm-Refrain. Alles in allem ist die Single auch das beste Lied auf dem
Album.
Völlig verwundert war ich über die Zustimmung von Felix Flaucher zur
Neufassung des Silke Bischoff Klassikers „I don´t love you anymore“. Dieses
ist nahezu unerträglich langgezogen und zerstört so fast die
romantisch-traurige Atmosphäre des ursprünglichen Liedes.
Wesentlich überzeugender ist dagegen der „tom berger full length remix“ des
zweiten Songs auf der Single „the same approach as yesterday“. Dieser Remix
zielt direkt auf die EBM-gewöhnten Tanzflächen eingängiger Szene-Clubs und
baut dennoch sägende Gitarren in den Background ein. |
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Gates of Dawn “Into the white light“
Wenn man liest, dass Gates of Dawn zu 50% aus Mitgliedern der ehemaligen
Goth-Rockband Anubis bestehen, erwartet man auch ein Album, dass sich in
dieser Richtung bewegt. Doch weit gefehlt!
Gates of Dawn haben allenfalls einen leichten Hauch Gothic abbekommen.
Vorrangig liefern sie aber mit ihrem Debüt eine straighte Rockplatte ab.
Atmosphärische, dichte Melodien arbeiten hier und da mit kleineren
Soundspielereien. Mit Steven Sader haben sie dazu einen Sänger gefunden, der
zwar eine markante, aber auch abwechslungsreiche Stimme einbringt. Die
Unterstützung von drei verschiedenen Background-Sängerinnen bringt
zusätzliche Abwechslung.
Das Beste an diesem Album sind aber die Gitarrenlinien, die wir seit den
großen Tagen von Whitesnake oder auch Def Leppard nicht mehr gehört haben.
Diese Rückbesinnung auf Handgemachtes und ein Drive, der sich durch das
ganze Album zieht, sind Stärken, die ihnen eine große Anhängerschaft
bescheren wird. Ein Album, das mit jedem Hören, mehr Ohrwurmcharakter
beweist.
Anspieltipps: „Hungry flight“
„Hollow Prosthesis“
„Via Dolorosa“ |
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All:my:faults „Mirrored“ (Demo)
Bereits beim Dark Dimension Abend im Februar waren uns die Jungs von AMF
aufgefallen. Mit einem interessanten Mix aus sägenden Gitarren,
Industrial-Rhythmen und wütendem Gesang stachen sie dort aus dem
Abendprogramm heraus. Besonders der äußerst quirlige und präsente Sänger
Steve blieb im Gedächtnis. Mittlerweile haben sie ihre Demo-CD aufgenommen
und machen sich zur Eroberung der deutschen Tanztempel auf.
Angenehm fällt sofort auf, dass Steve seine Stimme nur ansatzweise verzerrt
und so die natürlichen Klänge im Vordergrund stehen. Dazu hat er es
geschafft, die mit harten Gitarrenriffs verzierten Songs mit eingängigen
Melodien zu versehen. Diese werden zusätzlich mit Streichern und Pianos
unterlegt (u.a. „Forget me“, „Sand of Time“).
Zu ihrer selbst eingestuften Kategorie DarkMetallicGothRockElektroPop
müssten eigentlich noch weitere Begriffe hinzugefügt werden. Die teils
Deutsch teils in Englisch gehaltenen Texte werden von romantischen,
melancholischen und äußerst zynischen Motiven getragen. So bleiben nicht nur
die Melodien in Erinnerung, sondern auch so manche Textpassage. Auch das
bisher nur auf ihrer Bandpage veröffentliche „G:H:G:A“ schlägt in diese
Kerbe.
Wir warten nun gespannt auf die weiteren Geschehnisse um die Band. Immerhin
waren sie im August schon als Vorgruppe von den Crüxshadows aktiv. Da dürfte
der Labelvertrag nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Anspieltipps: „Forget me“
„Alles ist gesagt!“ |

Hier geht es zu den Live-Bildern |
Diary of Dreams „Alive“
Diary of Dreams sind eine Ausnahmeband. Wer dachte, sie könnten ihren
einmaligen Sound und ihre Intensität nicht auf eine Live-CD bannen, der
irrt. Mit „alive“ beweisen sie den Zweiflern, dass sie keine großen
Stimmeffekte oder atmosphärische Klanggebilde benötigen, um ihren eigenen
unverwechselbaren Stil darzustellen. Ganz im Gegenteil: Stücke wie „AmoK“
oder das wunderschöne „Traumtänzer“ brauchen sich auch nur auf eine minimale
Instrumentalisierung und Adrian Hates´ Stimme zu konzentrieren, um einen
selbst am heimischen CD-Player in ihren Bann zu ziehen. Dagegen zeigen
„Menschfeind“ oder „Chemicals“, dass man auch live ordentlich in Tanzlaune
kommt. Das Publikum als Nebengeräusch wurde soweit herausgefiltert, dass es
die Tonqualität nicht mindert, aber dennoch keinen Zweifel an der
Live-Aufnahme lässt. Sicherlich ist das Album im Vergleich zu manch
Live-Werken anderer Gruppen erstaunlich kurz ausgefallen und spiegelt kein
ganzes Konzert wieder. Wie Mastermind Adrian Hates jedoch in mehreren
Interviews bereits betonte, wollte man sich bewusst an der Länge einer
regulären Veröffentlichung orientieren. Als sehr geneigter DoD-Fan vermisst
man zwar einige Stücke und wünscht sich eine Verlängerung, aber diese CD ist
nicht nur Fans und Konzertbesuchern zu empfehlen. Wir legen sie besonders
jenen ans Herz, die bisher von Diary of Dreams nicht zu überzeugen waren.
Anspieltipps: "Giftraum"
"AmoK" |
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Hier geht es zu dem Bericht und
den Bildern vom CryptCha-Konzert |
CryptCha "Sorrows away"
CryptCha bieten schöne Musik mit orchestralem Hintergrund und
zielsicher eingesetzten Chemballo- und Orgelklängen. Die klassisch anmutende
männliche Stimme und die kraftvoll-zärtlichen weiblichen Parts stellen eine
neue Variante der „heavenly voices“ dar. Der Stil lässt sich in keine
Schublade packen, daher versuche ich es auch gar nicht.Anspieltipps sind ganz klar
„Essence“, das durch die Live-Aufnahme einen verträumten Hall-Effekt erhält.
Gänsehautgarantie verspricht „CryptCha love“, welches noch in zweiter
Version enthalten ist. Einen Schwachpunkte stellt, das für die sonstigen
Qualitäten der Sängerin dünne „Sorrows away“ an den Beginn zu stellen, dar.
Beim romantischen „And so…“ rückt die männliche Stimme etwas zu sehr in den
Hintergrund, aber es ist ja ein Demo.
Einige Besonderheiten
offenbaren sich übrigens erst beim Hören unter Kopfhörer. Damit ist die CD
nicht nur zu empfehlen, sondern auch badewannen-tauglich. Erhältlich ist
dies Klangwerk vorerst nur über die Band (www.cryptcha.com), aber
das wird sich hoffentlich bald ändern. Sie sind derzeit auf der Suche nach
einer Plattenfirma.
Am 04.12.2004 traten CryptCha im "Rind" in Rüsselsheim auf. Einen Bericht
und Bilder findet Ihr hier. |
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Project Pitchfork „Kaskade“
Die Hamburger sind für ihre musikalische Experimentierfreudigkeit bekannt
und haben schon oft ihre Fans und die Musikwelt überrascht. Nach der etwas
langatmigen „Nun“-Triologie brachten Sie nun das Album „Kaskade“ heraus.
Über das gesamte Album erstreckt sich ein Klangteppich, der eigentlich erst
durch den Einsatz von Kopfhörern zum vollen Einsatz kommt. An vielen Stellen
verstecken sich Geräusche und kleinere Instrument-Melodien. Erinnert der
Opener „Instead of an angle“ melodisch noch sehr an „Timekiller“, wird sich
von den restlichen Songs wohl nur „Fleischverstärker“ in den Clubs
tatsächlich durchsetzen können. Die anderen Songs haben zu viele Kanten und
zu wenig Bpm, um heutzutage auf der Tanzfläche durchzustarten. Obwohl „Dance
in the air“ schon fast poppig daherkommt, rücken die Gitarren hier in der
Aufnahme zu sehr in den Hintergrund, um so richtig in Fahrt zu kommen.
Vielleicht wird dieser Song live mehr überzeugen. Insgesamt scheint sich
Peter Spilles Wut auf die gesellschaftlichen und ökologischen Verhältnisse,
Themen die sich durch nahezu alle Alben bisher zogen, fast überwiegend in
den Texten zu entladen. Melodien und Gesang reichen im gesamten Album nicht
an die Intensität und Ausdrucksstärke von z.B. „Dhyani“ heran.
Insgesamt ein eher dahin plätscherndes Album. Sicherlich ein Muss für echte
Pitchfork-Fans, aber nicht der größte Wurf ihrer Diskographie.
5 P
Anspieltipps: „Fleischverstärker“
„Abyss“
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Lament,
die bereits seit 1996 existierende Leipziger
Band hat nun nach längerer Pause die EP „last dance of summer“
herausgebracht. Offenbart der Titeltrack bereits eindeutige Parallelen zu
Robert Smith, fragt man sich dann bei „away“ und „winter“, ob man nicht
vielleicht doch das einmalige Glück hatte, einen Bootleg mit bisher
unveröffentlichten The Cure Songs in den Händen zu halten.
Doch sind es nicht einfach nur angenommene Melodien dieser Kultband. Es
scheint vielmehr so, als hätten sich die Cure-Songs seit den Zeiten von
„apart“ oder „a forest“ weiterentwickelt. Wo The Cure vor Jahren einen
harten Wechsel vollzogen, setzen Lament an und bieten wunderschönen,
eingängigen, verträumten WavePop. Auch das deutsche „Regen“ mutete es doch
mit der „härteren“ Sprache an, nistet sich nach kurzer Zeit in den
Gehörgängen ein und will gar nicht wieder gehen.
In den Tagen von EBM, Future Pop und Dark Techno sind Lament ein Lichtblick
in so viel Dunkelheit. Mehr Infos erhaltet Ihr unter www.lamentnet.de |
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Mephisto
Waltz „Insidious“
Es ist kaum zu glauben, aber ein Großteil dieser Songs hätte vor 10 und
sogar vor knapp 20 Jahren genauso im Plattenregal gestanden. Und das ist gut
so!
Ab Titel 4 („before these crimes“) hören wir wunderschönen WaveRock mit
Jammer-Gitarre und Nebelstimme. Das Konzept funktioniert immer noch, ob bei
Rotwein & Kerzenschein, Jasmintee & Regen oder zu zweit in inniger Umarmung.
Lasst uns über wahres Gothic-Feeling reden – Da habt Ihr es!
Anspieltipps: „before these crimes“
„nightingale“
„ombra mai fu” – ohne Worte… |

Hier geht es zum Bericht und zu den Bildern
vom Regicide-Konzert |
Regicide „Viorus“
Da hat jemand eine große Zukunft vor sich. Das ist wohl die Neuentdeckung
des Jahres. Ansprechende Metal-Musik mit klassischen Einflüssen ohne hierbei
überladen zu wirken. Momentan boomt dieser Sektor, doch Regicide stechen
hier angenehm heraus. Die reine Männerstimme kommt sogar noch ansprechender
rüber als der hohe weibliche Gesang. Der will hin und wieder zu viel, so
z.B. bei „Mastery Demise“. Sie lassen sich von den bekannten Namen
inspirieren, ohne wie z.B. Nightwish ins Opernhafte abzudriften. Sie spielen
das Konzept „weiblicher Engel – männlicher Dämon“ wundervoll mit, ohne den
teuflischen Teil mit den genre-üblichen „grouls“ zu verderben.
Der Doppler „An embracing space“ führt uns in die Welt des Musicals, „Behind
His Eyes“ rockt die Falten aus dem Gesicht. „Lonely Voices“ rührt als
wunderschöne Metal-Ballade selbst an guten Tagen zu Tränen. Untermalt werden
alle Songs mit Streichern, Bläsern und Piano, die sich mal dezent im
Hintergrund in die Gehörgänge schmuggeln, um dann wieder pompös nach vorn
durchzubrechen. Trotzdem klingt das ganze Album wie aus einem Guss.
Bonuspunkte bräuchten sie zwar nicht mehr, gibt es aber für ein rundum
gelungenes Artwork und eine beeindruckende Homepage (www.regicide.net).
Anspieltipps: „Funeral of Tears“
„Along the way“
Einen Bericht und Fotos vom Konzert findet Ihr hier. |
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De/Vision „6
feet underground“
Sie sind zurück. Schon ein Jahr nach dem Album „Devolution“ warten Steffen
Keth und Thomas Adam mit einem neuen Werk auf. „Aimee“ kommt im gewohnt
weichen Synthie-Gewand daher. „Take me over“ offenbart einen abrupten
Refrain, der fast schon vom Industrial inspiriert sein könnte. Auch
experimentieren sie auf diesem Album stark mit verschiedenen Klangstrukturen
und Sounds. Es bleibt jedoch immer typisch De/Vision. Richtig unangenehm
wirkt eigentlich nur „right on time“. Steffen´s Stimme ist einfach zu gut,
um elektronisch so verzerrt zu werden. Gewohnt eingängig sind „6 feet
underground“ und „I´m not dreaming of you“.
Anspieltipps: „Aimee“
„Klangmonaut“ |
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Dronning Maud
Land „[The essence of a decade part I]“ 1992-2002
5 Jahre war die Band in der Versenkung verschwunden. Dann meldeten sie sich
letztes Jahr mit „Bedlam“ zurück. Doch die alten Stücke waren vergriffen und
wurden hoch im Internet gehandelt. Aufgrund der großen Nachfrage werden
diese Werke wieder einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Mit Ihrer
Sammlung bieten DML auch einen guten Überblick über ihr bisheriges Schaffen,
Können und ihre Entwicklung. Auch wenn mancher Carl McCoy-Fan ihnen
sicherlich Nachahmerei vorwerfen möchte, ist dem bei genauerem Hinhören
nicht so. Eine ähnliche Stimmlage macht noch keine Kopie. Mit „By the grace
of God“ bieten sie dann sogar einen bisher unveröffentlichten Song, der Lust
auf neues Material macht. Ein rundes Album, das zeigt, es ist wieder Zeit
für echte Goth-Rockmusik im Lande. Die alten Stücke verfehlen nicht Ihre
Wirkung. Anschaffungstipp, da die jeweiligen Auskoppelungen (part II folgt)
auf 1000 Stück limitiert sind.
Anspieltipps: „Pleasure Death“
„Cry for happy“
„By the grace of God“ |
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Inamillion „Showtime“
Da dröhnt reinster Junior-Punk-Rock frisch von der Studenten-Pogo-Party aus
den Boxen. Seit sich „The Bates“ von den großen Bühnen verabschiedet haben,
gab es auf diesem Gebiet kaum würdige Nachfolger. Sänger Michael zeigt zwar
hin und wieder stimmliche Schwächen, aber Perfektionismus würde hier auch
nicht ins Konzept passen.
Kultig: das schräg-gerockte „Venus“-Cover (zum Original von Shocking Blue
hotteten unsere Eltern vor Urzeiten ab). Schickt sie mit Bands wie Green
Day, The Offspring oder Blink 182 auf Tour und das wird ein Selbstläufer. |
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Last
Influence of Brain „Illusion And Reality“
Ja, gefällt es uns denn nun oder nicht? Selbst nach mehrmaligem Hören sind
wir uns da noch nicht so einig. Im Umfeld der derzeitigen Electro-Mania
sticht dieses Debüt-Album angenehm heraus. Denn zwischen den typischen
elektronischen Sounds, verzerrtem Gesang, Sprach-Samples und teilweise
dröhnenden Bässen wissen Last Influence of Brain von der Notwendigkeit einer
Melodie. Andere Veröffentlichungen dieses Genres gehen über dieses „Übel“
gern mal hinweg.
Wenn wir lästige Haushaltsaktivitäten mit dieser CD untermalen, wippt schon
mal der Fuß mit. Aber dann bricht wieder die grässlich verzerrte Stimme
durch und das war´s dann für uns. „Illusion und Realität“ trifft es wohl
ganz gut.
Vergleiche mit Front Line Assembly und Leaetherstrip müssen sich die
Slowaken gefallen lassen, da dies nun mal die Wurzeln sind. Es wird schwer,
da etwas wirklich Neues zu schaffen. |
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Mono Inc „head
under water“
Mitreißende Rockmusik mit kräftigen Gitarren und Ausnahme-Stimme. Die kommt
mal anschmiegsam-weich, dann wieder derb und auch schon mal dreckig rüber.
Das Live-Video beweist, dass Miky Mono auch auf der Bühne hält, was die CD
verspricht. Interessant: Die Musik schreibt fast vollständig der Drummer.
Vielleicht ist diese daher so enorm energiegeladen. Eine rundum ausgewogene
und aufwendige Produktion mit schnellem Wiedererkennungswert. Der birgt nur
die Gefahr, dass einem die Melodien irgendwie bekannt vorkommen.
Anspieltipps: „the last waltz“
„superman“ |
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Neun Welten –
MiniCD
Wunderschöne, zeitlose Melodien, die keine Worte benötigen, um ihre Wirkung
zu entfalten. Geige und Flöte ersetzen bei „nebelland“ und „valg“ jegliche
Stimmen. Dieses kleine, aber feine Veröffentlichung kann Euer Soundtrack für
einen Abend am (Lager-)Feuer, bei einem Waldspaziergang oder sonstige schöne
Stunde sein. Hoffentlich gibt es hier bald mehr Material. Laut Ihrer
Homepage existieren weitere Songs mit männlichem Gesang. Wir behalten sie im
Auge. |
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The Last Days
of Jesus „Alien road“
Noch vor 5 Jahren wurde die Batcave- und Deathrock-Fraktion in den Clubs
milde belächelt. Mittlerweile haben sie sich ihren festen Stammplatz in
allen Party-Setlists erkämpft. Auch jenseits des eingerissenen eisernen
Vorhangs wächst und gedeiht die Szene und bringt mit The Last Days of Jesus
eine wahre Perle ans Tageslicht. Obwohl bereits seit nahezu 10 Jahren aktiv,
gelangen sie erst jetzt durch die neue Iro-Welle zum verdienten Ruhm.
Schräge Melodien, kranker Gesang und druckvolle Gitarren. Da kommen ein paar
schnuckelige Jungs aus der Slowakei und die sind absolut cool.
Anspieltipp: „everyday is halloween“ |
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Curious “The intimate stranger”
Eine Affinität zu alten melancholischen Cure-Stücken können sie nach diesem
Album nicht mehr leugnen. Aber das muss ja nicht schlecht sein. Vor allem da
sie diesen keine zuckersüßen Popbonbons beimischen.
Die CD hat ihre Höhen und auch Tiefen, aber sie gefällt mit jedem Anhören
besser. Besonders die schönen traurigen Gitarren und eingängigen Melodien
verbleiben im Hinterkopf. Gespickt mit wehmütigen, verträumten und
sarkastischen Texten („It seems like angels coming down from heaven until
you realise it´s just because no one wants them anymore up there“) ist diese
CD nicht als lauschige Hintergrundbeschallung geeignet. Der Stil ist nicht
neu, aber gut. Ich bin auf die weitere Entwicklung der Deutschen gespannt.
Anspieltipp: „The silent voice“ |
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Entwine “Time
of despair”
Zugegeben, es handelt sich hier um eine ältere CD aus dem Jahr 2002. Beim
langüberfälligen Ausmisten meines CD-Regales fiel sie mir jedoch wieder in
die Hände. Warum ist die nur nach ganz hinten gerutscht? Denn das haben
Entwine für diese CD wirklich nicht verdient.
„Time of despair“ ist eine gelungene Mischung aus den mittleren Paradise
Lost (ordentlicher Wumms ohne Gegrunze) und den frühen HIM (bewegende
Balladen mit Herz und ohne Gejammer).
Der grimmig dreinblickende Sänger Mika hat eine interessante Stimme. Würd´
ich ja gern mal live hören. Mit dem gängigen Background von 2 Gitarren,
Bass, Keyboard und Drums kreieren die Finnen ein stimmiges Gesamtwerk für
Coach, Kneipe und Auto. Nach dem Black Metal hat sich der hohe Norden
Europas auch den Gothrock ganz groß auf seine Fahnen geschrieben. Sicher
werden ihnen Kritiker zu große Ähnlichkeiten mit den anderen berühmten
Skandinaviern vorwerfen, aber Freunden des Genres sollte es gefallen. Ich
werd´ mich mal gleich auf die Suche durch´s Netz begeben. Mal sehen, was die
Finnen heute so machen…
Anspieltipps: „Safe in a dream“
“Falling apart”
“Time of despair” |
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The Birthday
Massacre „Violet“; „Nothing and nowhere“
Die Kanadier werden zur Zeit angepriesen wie Disney´s neuer Zeichentrick. Da
ist Vorsicht geboten. Bei einer guten Besprechung heißt´s, wieder schreiben
alle das Gleiche. Bei einem Verriss wird einem schnell Neid auf den
kommerziellen Erfolg vorgeworfen. Daher ist erst mal objektives Anhören
angesagt. Einfach mal so durchlaufen lassen…
Mann, ist das gut! Da haben sie alle mal ausgenommen recht gehabt. Na ja,
die unterstellte Ähnlichkeit mit den alten Clan of Xymox find ich nicht.
Aber ansonsten ist die Mischung aus Rock, Wave, Elektro und Industrial
absolut hitverdächtig. Die Texte sind zwar manchmal etwas krass, aber es
klingt so gut.
Durch die Verwebung der einzelnen Titel mit Sounds & Geräuschen hat man hier
fast den Eindruck einer Hörspiel-CD. Wer sich die Homepage der Band ansieht,
wird diese dort wiederfinden. Die Seite
ist übrigens auch mal die Beeindruckenste, die ich in den letzten Monaten
gesehen habe. Und wenn Sängerin Chibi in Kürze zur neuen Stil-Ikone der
Szene aufsteigt, nehm´ ich das keinem Übel. Überhaupt ist der freche
Gegensatz aus ihrem niedlichen Kindsgesicht und dem feinen Stimmchen zu den
böse-verspielten Outfits, den zum Teil verstörenden Lyrics, den sanften
Zwischentönen und den harten Songs beeindruckend und beängstigend. Wie ein
böses Märchen, das ganz lieb vorgelesen wird.
Anspieltipps: „Violet“
„Happy Birthday“
„Holiday“
„Lovers end“ ach, eigentlich alles |
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