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Saltatio Mortis
- Releaseparty im Substage Karlsruhe - 11.05.2007
[Stefan Thiel] Eine sichtlich gut gelaunte Band empfing am Freitag,
dem 11.5.2007, die zahlreichen Gäste die sich zum Prelistening und
anschließenden Konzert im Substage Karlsruhe eingefunden hatten. Gut
lachen hatten die Spielleute von Saltatio Mortis ja, hatten sie es
doch trotz größerer personeller Umstrukturierungen geschafft ihren
siebten Silberling im siebten Jahr ihres Bestehens fertig zu
stellen.
Es konnte also keine Rede vom "verflixten Siebten" sein, als Sänger
Alea und Schlagzeuger Lasterbalk Acht der insgesamt Vierzehn Stücke
vom kommenden Album "Aus der Asche" (VÖ: 31.8.2007) vorstellten.
Auch der Titel ist als Reminiszenz an die turbulenten letzten Monate
der inzwischen auf Acht angewachsen Truppe zu sehen - gleich dem
Phönix der Sagen erhoben sich die neu formierten Saltatio Mortis
wieder aus den Überresten zu denen sie zerfallen waren.
So wundert es auch nicht, dass die beiden ersten Stücke "7 Raben"
und "Prometheus" durch die Grimm'schen, bzw. griechischen
Sagenwelten inspiriert wurden. Bereits bei diesen Songs fällt auf,
das die Produktion wesentlich glatter daherkommt, als bei "Des
Königs Henker". In "Uns gehört die Welt"
dominiert eine eindrucksvolle Gitarre und bei "Spielmannsschwur"
werden gar "oohohooohh"-Chöre aufgefahren, auf die jede
Powermetal-Combo stolz wäre.
Saltatio Mortis macht jetzt Metal? Nein, keine Angst - nach wie vor
regieren natürlich noch die Mittelalterrock-Elemente und
Instrumente, die aber mit der forcierten Gitarrenarbeit wesentlich
tighter rüberkommen.
Das Sänger Alea auch ganz anders kann, beweißt er auf "Varrulfen",
einem schwedischen Traditional, welches auch in der lustigen Sprache
des possierlichen skandinavischen Völkchens eingesungen wurde.
Weniger lustig vielleicht für Alea, aber sicherlich äußerst amüsant
für seinen schwedischen Kollegen, dessen Gelächter als Gradmesser
für den Erfolg der korrekten Aussprache herhalten musste.
Mit "Nichts bleibt mehr" und "Koma" fanden nun zwei ruhigere Stücke
den Weg in die Ohren des gespannt lauschenden Publikums und wurden,
trotz komplett fehlender Sackpfeifen in "Nichts bleibt mehr", auch
gebührend gewürdigt. Den Abschluss bildete mit "Choix de Dame" ein
doch eher wieder traditionell ausgerichtetes Stück Marktmusik,
welches zur Abwechslung von Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein
eingesungen wurde. Böse Zungen die behaupten er könne dies nur unter
Alkoholeinfluss gemacht haben, liegen übrigens vollkommen richtig,
ließ Lasterbalk unter der Hand durchblicken. Aber der Zweck heiligt
ja bekanntlicherweise die Mittel und das Ergebnis kann sich durchaus
hören lassen.
Sollten die restlichen Lieder von "Aus der Asche" ähnlich gut sein
wie die vorgestellten, dürften die Totentänzer einen großen Wurf
getan haben.
Eingängiger und trotzdem mit mehr Druck durch die Gitarren, der
Verzicht auf die elektronischen Elemente ala Tanzwut, dürften sich
neue Hörerschichten erschließen. Saltatio Mortis ist den
Kinderschuhen entwachsen und entwickelt sich langsam zu einer
ernstzunehmenden Größe. Inwieweit man das jetzt gut oder schlecht
finden will (Ruft da nicht schon wieder jemand "Ausverkauf!"?), ist
jedem selbst überlassen - nachdem er sich "Aus der Asche" Ende
August 2007 zu Gemüte geführt hat. |